MARKT & TECHNOLOGIE

Gesundes soll auch schmecken

Alternative Proteine sind auf dem Vormarsch. Nicht nur Veganer und Vegetarier greifen hier zu, sondern auch immer mehr Verbraucher, die auf Nachhaltigkeit setzen. Ein Interview mit Regina Lueghausen, VP Global Marketing Flavor Division.

Alternative Proteine sind zum Mainstream geworden. Welchen Push-Faktor hat dabei COVID-19? Durch COVID-19 ist das Angebot an Produkten auf pflanzlicher Basis größer geworden, weil die Verbraucher sie offenbar als gesund und sicher wahrnehmen. Das Segment der alternativen Proteinprodukte ist also noch stärker auf Wachstumskurs.

Ist das ein globales Phänomen? Oder gibt es Schwerpunktmärkte? Produkte auf Pflanzenbasis sind weltweit auf dem Vormarsch, insbesondere in den Industriegesellschaften. Nordamerika und die Region EAME sind dabei besondere Schwerpunkte. Aber auch in APAC und LATAM, wo Soja eine große Rolle spielt, entwickeln die Symrise Teams nun Konzepte, auf der Grundlage regionaler Geschmacksvorlieben.

Welche Erkenntnisse zieht Flavor aus Consumer Insight-Studien über alternative Proteinprodukte? Unsere Marketing- und Consumer Insight- Teams auf der ganzen Welt haben umfangreiche Untersuchungen durchgeführt. Dabei ist zum Beispiel herausgekommen, dass in der EAME-Region manche Verbraucher ein Produkt haben möchten, das in Geschmack, Textur und Optik Fleisch sehr ähnlich ist. Eine andere große Verbrauchergruppe ist zeitgleich interessiert, neuartige Produktformate auszuprobieren, wie etwa Falafel – kleine Bällchen aus Kichererbsen. Die Vorlieben sind sehr unterschiedlich. Darauf haben wir reagiert.

Was bedeutet die Konzentration auf Plant Based-Produkte für Symrise? Pflanzliche Produkte sind ein weltweit wachsendes Segment. Unser Geschäftsansatz spiegelt auch hier die Dualität des Endverbrauchers wider: Während Pflanzenproteine auf dem Vormarsch sind, essen die Menschen nach wie vor Fleisch – nur dass nach und nach ein Teil des Fleischkonsums durch alternative Proteinprodukte ersetzt wird. Der Sonntagsbraten ist zum Beispiel im Vereinigten Königreich nach wie vor wichtig – gleichzeitig findet sich aber auch ein Hummusaufstrich aus Kicher erbsen oder ein Eis auf Kokosnussbasis im Einkaufskorb. Wenn den Verbrauchern die pflanzenbasierten Produkte schmecken, dann integrieren sie diese sukzessive in ihre Ernährung und reduzieren dadurch indirekt CO2-Emissionen, die durch die Viehhaltung entstehen. Damit können wir als Firma indirekt einen positiven gesellschaftlichen Beitrag leisten.

Wie gehen Sie mit dem Bedürfnis der Verbraucher nach „clean label“ alternativen Proteinprodukten um? Verbraucher wollen wissen, woraus die Produkte bestehen, die sie konsumieren. Und Flavor liefert natürliche Geschmackslösungen, die verständlich deklariert sind. Unsere Zulassungsabteilung ist hier sowohl für interne Teams als auch für Kunden ein großartiger Ratgeber, um konsumentenrelevante Zutatenlisten zu entwickeln.


Alle UN-Nachhaltigkeitsziele finden Sie im SymPortal: https://t1p.de/SYM-SDG

Die Kunden schätzen vor allem die kulinarische Komplexität, die wir liefern können.
Regine Lueghausen, VP Global Marketing Flavor Division