WISSENSCHAFT & FORSCHUNG

Produkt­sicherheit

im Fokus

Gemeinsam mit der Fakultät für Sicherheitstechnik der Bergischen Universität Wuppertal forscht Symrise im Bereich der Zündfähigkeit von Aroma-Stoffen in Pulverform. Die Erkenntnisse fließen in die Pro­duktentwicklung ein. Das Ziel: Die Handhabung der Produkte sicherer zu machen.

WISSENSCHAFT & FORSCHUNG

Produkt­sicherheit

im Fokus

Gemeinsam mit der Fakultät für Sicherheitstechnik der Bergischen Universität Wuppertal forscht Symrise im Bereich der Zündfähigkeit von Aroma-Stoffen in Pulverform. Die Erkenntnisse fließen in die Pro­duktentwicklung ein. Das Ziel: Die Handhabung der Produkte sicherer zu machen.

Katarina Kolomiyets löst im Forschungslabor kontrolliert eine Explosion mit 2 Gramm Pfefferaroma aus.

Pulverförmige Aromen gehören zu den größten und vielfältigsten Symrise Pro­dukten. Sie werden in zahl­reichen Anla­gen produziert und weiterverarbeitet. Dabei ist zu beachten, dass Pulver unter bestimmten Umständen zündfähig sind. „Aufgrund der sehr heftigen Wirkung, die so eine Staub­explosion entfachen kann, beschäftigen wir uns damit“, sagt Dr. Jenny Weissbrodt, Director Tech­nol­ogy Scouting and Development. Natürlich sind die An­lagen von Symrise alle unter anderem durch Funken- und Tempe­ratur­detektoren, Entlastungsventile und wei­tere Maßnahmen des konstruktiven Ex­plo­sions­schutzes geschützt. „Uns geht es um die Produkte, die wir her­stellen. Wir müssen ihre Eigenschaften kennen, um einschätzen zu können, wie gefährlich sie unter be­stimmten Bedingungen sein können“, so Weissbrodt. Denn: Produkt­sicherheit und Prozesssicherheit werden immer wichtiger. Sowohl für Symrise als auch für die Kunden. „Um Risiken fest­stellen zu können, müssen wir die Explo­sions­kennzahlen der Produkte be­stim­men“, erklärt Dr. Christopher Sabater, Director Technology Research.

Alles soll darauf hinauslaufen, gar keine Produkte mehr zu entwickeln, die leicht entzündlich sind. Dafür ist es wichtig herauszufinden, welche Faktoren dazu führen, dass ein Produkt schon bei einem energiearmen elektro­statischen Funken zündet. Oder in welche Kategorie die Zündquelle gehört. Wenn es einfach nur mit einer Erdung der Geräte getan ist, kann man das über die Anlagen­sicherheit gewährleisten. Fragen und Aspekte wie diese sind auch der Grund, warum das Thema in der Forschung gelandet ist und Symrise gemeinsam mit Wissen­schaft­lern der Universität Wuppertal nach Ant­wor­ten auf diese Fragen sucht. Im neu geschaffenen Sicherheitslabor in Holzminden ist es vor allem Katarina Kolomiyets, R&T Technologist, die nach Antworten sucht. Dort ermittelt sie die Zünd­fähig­keit von Aroma­stoffen. „Wir variieren systematisch die Parameter, von denen wir glauben, dass sie diese Zünd­fähigkeit beeinflussen“, be­richtet Kolomiyets. Das kann der Aromagehalt, die Partikel­größe, die Struktur oder die Fließfähigkeit sein.

Das ist richtige Grund­lagen- und Basis­for­schung, die wir hier be­treiben.

Katarina Kolomiyets, R&T Technologist

Das erworbene Wissen lassen die Wissen­schaftler dann in die Produktentwicklung ein­fließen. Denn: Alles von der Aromen­entwicklung bis hin zum Kunden in der An­wen­dung soll auch in den Entwickler­regeln fixiert werden – in entsprechenden Guidelines. Dafür arbeiten sie eng mit der Gruppe von Eric Gruber von Industri­alization & Process Innovation zusam­men, die die Rezepturen für diese Pro­dukte schreiben. Aber: Es gibt allein Sprüh­­pro­dukte mit 2.000 aktiven Formeln und man braucht alleine drei Tage, um nur ein Pulver vollständig zu charak­teri­sieren und alle Explosionskennzahlen zu er­mitteln. Darum arbeiten die Forscher derzeit im Screening-Ver­fahren, einem syste­matischen Testverfahren an defi­nierten Ele­menten mit bestimmten Ei­gen­­schaften: So können in relativ kurzer Zeit Rückschlüsse auf viele Produkte gezogen werden. „Das ist richtige Grundlagen- und Basis­forschung, die wir hier betreiben“, macht Katarina Kolomiyets deutlich. Denn dazu gibt es kaum Daten – weder in der Litera­tur noch in Patenten. In diesem Sinne leistet das Team um Kolomiyets, Sabater und Weissbrodt Pionierarbeit. Die Ergeb­nisse sind nicht nur ein Sicher­heits­gewinn für Symrise und die Kunden, sondern auch ein erheblicher Wettbe­werbs­vorteil.


Alle UN-Nachhaltigkeitsziele finden Sie im SymPortal: https://t1p.de/SYM-SDG